This information about the laptop computer class at the Eichendorffschule is in German for the time being. It was published on a different site originally which has been deleted. We didn't want the information to go to waste, though. So here it is.
Die Notebook-Klasse der Eichendorffschule
Grundlagen
Zum Schuljahr 2005/2006 richtete die Eichendorffschule in einem Pilotprojekt eine 30 Schüler umfassende 8. Realschulklasse als Notebook-Klasse ein, nachdem eine Spende der Volksbank dieses bereits seit zwei Jahren erwogene Projekt ermöglicht hatte. Dazu wurde für jeden Schüler solch ein Gerät angeschafft, wobei die Kosten von den Eltern getragen wurden, in deren Besitz sich die Geräte befinden. Die benötigte Infrastruktur wurde sowohl vom Förderverein FFE sowie der Eichendorffschule selbst finanziert. Die nötigen umfangreichen Bauarbeiten jedoch übernahmen die Eltern in Eigenregie. An zahlreichen Samstagen musste der Klassenraum mit einem Access Point für das WLAN sowie mit Stromanschlüssen versorgt werden. Dazu wurden zahllose Leitungen gelegt, Gräben durch den Schulgarten geschaufelt und Tische verkabelt.
Vorteile
Welche Vorteile bietet eine Notebook-Klasse gegenüber dem konventionellen Unterricht respektive dem Fachunterricht im Computerraum? Von der zu erwartenden höheren Motivation durch den Einsatz neuester Medien abgesehen, ist durch die stets aktuellen Inhalte unabhängig vom Unterrichtsort ein größerer Praxisbezug zu erwarten. Das Ziel eines professionellen und effizienten Arbeitsansatzes bei einer wirtschafts- und industrienahen Nutzung von Software als Werkzeug soll die Berufs- und Ausbildungsfähigkeit der Schüler fördern und ihnen einen wichtigen Vorsprung beim Start in das Berufsleben oder die schulische Weiterbildung verschaffen. Wie das Beispiel anderer Schulen gezeigt hat, wird die Teamfähigkeit der Schüler durch die modernen Kommunikationsmittel gestärkt, was den Notebook-Einsatz auch als soziale Produktivkomponente aufwertet.
Projekte
Bereits geplante oder realisierte Projekte im Zusammenhang mit der Notebook-Klasse umfassen zum Zeitpunkt der Projektplanung folgende Punkte.
- Medientechnische Methodenkompetenz (sowohl rezeptiv als auch produktiv) wird besonders über die Geisteswissenschaften aufgebaut.
- Ein E-Mail-Austausch mit Schülern aus den USA läuft bereits und wird auf den Versand audiovisueller Medien erweitert.
- Ein E-Mail-Austausch mit Frankreich unterstützt seit Jahren den Schüleraustausch.
- Ein E-Mail-Austausch mit dem Rektor unserer Partnerschule in Haiti spricht die Schüler auf affektiver Ebene an.
- Das Börsenspiel im Wirtschafts-Unterricht ab Klasse 9 vertieft das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge.
- CNC-Steuerung im Technikunterricht gibt ein Beispiel für praktische Programmierung auf handwerklicher Ebene.
- Literaturrecherchen über das Project Gutenberg im Deutschunterricht sowohl bei Jugendbuchvorstellungen (Biographien) als auch als Grundlage für die Arbeit mit klassicher Literatur ergänzen das Curriculum.
- Lyrik wird in Text, Bild und Ton präsentiert.
- Kreatives Schreiben als Wiki-Projekt fördert die Teamarbeit.
- Das Zisch-Projekt (Zeitung in der Schule) wird seit Jahren unterstützt (Layout) und intensiviert das Interesse der Schüler an aktuellen Vorgängen und deren journalistischer Aufarbeitung.
- Die verbale Vertonung eines Deutschbuches für ausländische Schüler fördert die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur.
Schritt für Schritt ins digitale Zeitalter
Nachdem die Firma Saturn uns nach langer Planung die Notebook-Computer für unser Pilotprojekt am Dienstag, dem 28. Juni 2005, geliefert hatte, begann sofort die Arbeit an der Einrichtung dieser Geräte für den Unterricht.
Nach dem Auspacken und der Inbetriebnahme der Notebooks wurde gleich am Tag darauf, einem Projekttag für die Klasse 7R1, das Betriebssystem Linux auf alle 30 Computer gespielt. Das war sehr anstrengend, aber hat sich gelohnt, denn gegen 15 Uhr konnten sich alle Geräte mit dem Schulnetz verbinden, so dass der Unterricht als Notebook-Klasse bereits am 30. Juni 2005 beginnen konnte.
Auf dem Stundenplan stand zuerst Datenaustausch mit dem Schulnetz sowie die Mappenführung in OpenOffice, wobei die Mappe der einzelnen Fächer als Globaldokument realisiert wird. An diesem Beispiel wird schon deutlich, dass der Unterricht in der Notebook-Klasse etwas anders gestaltet wird. Viele neue Situationen werden von Schülern und Lehrern gemeinsam erprobt und gemeistert. Im Mittelpunkt steht immer die Vermittlung neuer Methoden, wobei alle Beteiligten viel dazu lernen können.
Was wurde bereits geleistet?
Bis Pfingsten 2006 wurden viele verschiedene Aspekte der professionellen Arbeit mit den Neuen Medien angegangen. Die folgende Liste zeigt im einzelnen, welche Fertigkeiten die Schüler in den ersten elf Monaten erworben haben.
Linux/KDE-Bedienung
- Programme aus dem Menü starten
- Programme im Terminal starten
- Die KDE-Oberfläche an persönliche Bedürfnisse anpassen
- Dateien auf der eigenen Platte kopieren, verschieben, löschen
- Dateien über "fish" (ssh) vom/zum Server kopieren
- Backup des ~/Documents-Ordners mittels tar erstellen
- Den Taschenrechner KCalc benutzen
Linux-Administration
- Das YaST Online Update starten (wir benutzen SuSE Linux)
- Password ändern
- Neue Benutzer anlegen
- Sendebereitschaft der WLAN-Karte herausfinden (iwconfig)
- Eigene IP-Adresse herausfinden (ifconfig)
- Die Schüler des Wahlpflichtkurses beherrschen auch einfache Kommandozeilen-Befehle der bash.
Multimedia
- Lautstärke (Mixer) einstellen
- Audio-Dateien abspielen
- Audio-Dateien selbst aufnehmen
- Bearbeitung von Audio-Dateien im Mehrspurverfahren mit Audacity
- Schulneuigkeiten als Podcast produzieren und im Intranet anbieten
- Bilder anzeigen
- Einfache Bearbeitung von Bildern in verschiedenen Ebenen mit The GIMP
OpenOffice.org Textdokumente
- Textdokumente erstellen
- Verschiedene Ansichten des Blattes wählen
- Fett, kursiv, unterstrichen, zentriert, Farbe, Hinterlegung etc.
- Randgrößen bestimmen
- Bilder in Texte einfügen (umfließender Text)
- Markieren und einfügen von Textteilen
- Einfügen von fremden Inhalten (um Links aus Web-Zitaten zu entfernen)
- Einzelne Texte in ein Globaldokument zusammenfassen, um so Mappen zu erstellen
- Inhaltsverzeichnisse automatisch erstellen lassen
- Fußnoten erstellen und automatisch verwalten lassen
- Tabellen und Diagramme in einen Text einfügen
OpenOffice.org Tabellenkalkulation
- Ein Diagramm aus einer Wertetabelle erstellen
- Die Schüler des Wahlpflichtkurses können auch Tabellen in den Grundrechenarten erstellen
OpenOffice.org Präsentationen
- Eine Präsentation erstellen und in Form einer Projektion als sinnvolle Untermalung für ein Referat nutzen
- Eine Präsentation als PDF zur Weitergabe exportieren
Internet und Kommunikation
- Web-Recherchen mit Hilfe von Wikipedia und Suchmaschinen
- E-Mail als alltägliches Kommunikationsmittel, auch um Aufgaben untereinander auszutauschen
- Terminverwaltung mittels Kontact, auch um Termine untereinander auszutauschen
- Dezentrale Adressverwaltung
- Nutzung von aktuellen Nachrichten und Zahlen im Unterricht
- Abonnieren von RSS-Feeds
- Internet-Telefonie mittels Skype
- Wiki-Seiten in Mediawiki selbst erstellen, inkl. Bildmaterial, Links und Kategorisierung
- Ein Weblog (Blog) in WordPress einrichten und pflegen
Sicherlich müssen viele dieser Methoden auch weiterhin vertieft werden. Aber man erkennt schon das große Potential, das in diesen Schülern steckt.
Häufig gestellte Fragen
Verlernen die Schüler durch den Umgang mit den Computern nicht andere Kulturtechniken?
Wir bemühen uns stets, sowohl herkömmliche als auch moderne Methoden zu vermitteln. Hinzu kommt, dass unsere Schüler sich die grundlegenden Techniken bereits in ihren ersten sieben Schuljahren angeeignet haben.
Rechtfertigt der Nutzen die hohen Kosten?
Das hoffen wir natürlich. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, gibt es noch keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber der Vorsprung, der in einem knappen Jahr gegenüber Altersgenossen erzielt werden konnte, ist ein positives Indiz dafür, dass die Ausbildungsfähigkeit sich durch dieses Projekt erhöht.
Wurden die Eltern und Lehrer gezwungen die Geräte anzuschaffen?
Wir haben das Projekt nach Eingang der Spende der Volksbank auf einem Elternabend vorgestellt. Gemeinsam wurde dort das weitere Vorgehen besprochen. Finanzielle Engpässe wurden selbstverständlich berücksichtigt.
Warum wurden die Notebooks nicht komplett gesponsort?
Trotz eines sehr unterstützenden Artikels in den Wolfsburger Nachrichten vom 20. Januar 2005 und vielen Briefen an Unternehmen aus der Region wollte uns außer der Volksbank und Saturn niemand unterstützen. Allerdings haben uns diese Unternehmen ein großes Stück nach vorne gebracht. Durch die Volksbank konnte das Projekt überhaupt erst in Angriff genommen werden. Und Saturn ermöglichte uns den Kauf hochwertiger Notebook-Computer zu einem besonderen Preis.
